Andreas Kollross

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Kollross zum 12. Februar 1934

Nach dem Leitspruch „Niemals vergessen“ laden die SPÖ Bezirk Mödling, der Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen und Opfer des Faschismus jährlich zur traditionellen Gedenkkundgebung vor dem Denkmal für die Opfer des 12. Februar 1934. Die Gedenkrede vor den rund 60 TeilnehmerInnen hielt im heurigen Jahr Abg.z.NR Bgm. Andreas Kollross.

Wichtig bei solchen Gedenkveranstaltungen sei – so Kollross – „dass man nicht nur taxativ aufzählt, was alles passiert ist in der Zeit, angefangen mit Standgerichten, dass mit Kanonen auf Wohnbauten geschossen wurde, dass Menschen auf der Tragbahre zum Galgen getragen wurden. Wichtig sei vor allen Dingen daraus Lehren für die Gegenwart und die Zukunft heraus zu arbeiten und sich zu überlegen, wo man heute steht und wie man der ein oder anderen Frage unserer Zeit in unserer Gesellschaft begegnet.“

Kollross verweist in dem Zusammenhang auf ein Zitat von Michael Köhlmeier: „Zum großen Bösen kamen die Menschen nie in einem Schritt, nie, sondern mit vielen kleinen, von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung. Erst wird gesagt, dann wird getan“. Kollross  empfindet dies als einen nahtlosen Anschluss an die Aussage von Stefan Zweig, der in seinem wunderbaren Buch „Die Welt von gestern“ über den Nationalsozialismus meinte, dass dieser sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt hat - man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug.

Kollross resümiert: „Es geht darum wachsam zu bleiben und zu erkennen, dass wir immer wieder mit Tendenzen konfrontiert sind, die auch zu einer Radikalisierung der Gesellschaft führen. Es geht darum zu erkennen, dass es immer wieder die besagten kleinen Schritte gibt und es darum geht, ebendiese Schritte aufzuzeigen. Vor allen Dingen müssen wir erkennen, dass wir solange vor solchen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht gefeit sind, solange wir in einem Wirtschaftssystem leben, wo wir täglich für sozialen Ausgleich kämpfen müssen, damit jeder und jedem Teilhabe in dieser Gesellschaft garantiert ist. „Wenn wir uns ansehen was die letzten Jahre passiert ist und auch die aktuelle Entwicklung betrachten – die Angriffe auf die Justiz beispielsweise -  dann stimmt das nachdenklich und impliziert für uns den Auftrag dafür zu sorgen, dass diese kleinen Schritte nicht weiter gehen und in eine Entwicklung führen, die nichts Gutes bedeutet“, spannte Kollross den Bogen zur aktuellen Tagespolitik und schloss mit dem Zitat des spanischen Philosophen und Schriftsteller, George Santayana: „Wer aus der Geschichte nicht lernt, der ist dazu verdammt sie zu wiederholen“.